Gedenken an Opfer der Schoah in neuer Dauerausstellung

Im Sommer 2014 konnte der nächste Schritt der Umgestaltung der Dauerausstellung im August-Gottschalk-Haus vollendet werden. Im ehemaligen Wohnzimmer der Lehrerwohnung im Erdgeschoss entstand die Ausstellung unter dem Motto "Ausgrenzung, Verfolgung, Vernichtung" völlig neu. Im Mittelpunkt stehen die Exponate des Museums, die sich der Geschichte der ostfriesischen Juden in der NS-Diktatur widmen.

Nach der Renovierung des Raumes durch die Stadt Esens hat die Tischlerei Schulz hier neue Vitrinen installiert. Die Elektroarbeiten wurden von der Firma Gläske aus Esens durchgeführt. Das Ausstellungsdesign stammt aus der Feder der Oldenburger Grafikerin Sibylle Schmidt, die Druckarbeiten wurden von Helge Heyen ("kreativwerkstatt") aus Esens ausgeführt. Die Neugestaltung der Ausstellung sowie die Renovierung der Mikwe wurden ermöglicht durch eine Förderung des Landes Niedersachsen sowie Spenden der Kulturstiftung der Sparkasse LeerWittmund, der Klosterkammer Hannover sowie des Bistums Osnabrück.

Neue Dauerausstellung im Schulzimmer

Der erste Teil der neu gestalteten Dauerausstellung im August-Gottschalk-Haus konnte am 17. Juli 2012 in einer Feierstunde eröffnet werden. Das Klassenzimmer der ehemaligen jüdischen Volksschule erhielt neue Ausstellungsvitrinen für die Tora sowie für Objekte, die an die zwölf früher einmal in Ostfriesland existierenden Synagogengemeinden erinnern. Ein kurzer Film führt die Besucher in die Geschichte des Hauses und der jüdischen Gemeinde Esens ein.

Die Eröffnungsfeier wurde musikalisch vom israelischen Chor "Kolot Bat Yam" aus Bat Yam (südlich von Tel Aviv) umrahmt. Über dessen Besuch freuten sich Rüdiger Grimm, der stellvertr. Vorsitzende des Ökumenischen Arbeitskreises Juden und Christen in Esens e.V., und Museumsleiterin Frauke Deppe ebenso wie über die zahlreiche Schar der Gäste.

Die Ausstellung im August-Gottschalk-Haus ist bis Anfang November dienstags, donnerstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Wir brauchen Hilfe

Exponate gesucht

Für die Ausstellung „Juden in Ostfriesland“ werden originale Gegenstände, Kultgeräte und Dokumente aus früheren jüdischen Gemeinden und Familien sowie jüdischen Vereinen und Firmen in Ostfriesland gesucht.

Wer Gegenstände und Dokumente dieser Art besitzt und sie zur weiteren Ausgestaltung der Ausstellung zur Verfügung stellten möchte (Leihgabe) oder einen Hinweis geben kann, melde sich bitte bei der Museumsleitung.

 

Der Arbeitskreis Juden und Christen sucht Partner

Das August-Gottschalk-Haus in Esens ist seit 1987 eine in Ostfriesland einzigartige Einrichtung: In diesem Museum zur jüngeren Geschichte der Juden in Ostfriesland und der integrierten Gedenkstätte wird den interessierten Besuchern ein Stück deutscher und auch ostfriesischer Geschichte nähergebracht.

Der Träger, der Ökumenische Arbeitskreis Juden und Christen in Esens“, sieht in dem Haus zugleich einen wertvollen Beitrag zur Versöhnung.

Um diese inzwischen etablierte Einrichtung mit Bedeutung für die ganze Region auch weiterhin betreiben zu können, ist der ehrenamtlich und gemeinnützig wirkende Arbeitskreis auf die Unterstützung von Partnern angewiesen. Wenn das Gottschalk-Haus eine Zukunft haben soll, ist es nach unserer Ansicht erforderlich, das Museumskonzept als lebendige und kurzweilige Ausstellung weiterzuentwickeln. Nicht nur der Holocaust, sondern Themen wie Aufarbeitung der deutsch-jüdischen Geschichte, heutige Bedeutung der jüdischen Kultur und das gegenwärtige Phänomen von Fremdenfeindlichkeit könnten hier modern behandelt werden. Zudem planen wir, das Gottschalk-Haus als außerschulischen Lernort für Schulen der Region weiterentwickeln – ein detailliertes Konzept hierfür liegt bereits vor.

Diese Art der wichtigen Zukunftssicherung kann der Arbeitskreis allerdings nicht mehr alleine bewältigen. Daher benötigen wir Unterstützung und bitten Unternehmen und Institutionen, die gesellschaftlich sinnvolle Einrichtung als dauerhaftes Fördermitglied oder einmaliger Sponsor zu unterstützen.