Sonderausstellungen

Sonderausstellungen

1990                „La Bible“ 24 Lithographien von Marc Chagall

1990                Historische und moderne Bibelausgaben aus aller Welt

1991                Holzschnitte mit alttestamentarischen Themen, Hinricus Bicker, Riepe

1992                Ritualgegenstände aus der früheren jüdischen Gemeinde Weener

1993/1994        Die Thora

1995                „Aus den Fotoalben jüdischer Familien“

1995                „Silbermünzen und Porzellan – Aspekte preußischer Judenpolitik in Ostfriesland“

1998                „Mir geht es gut, ich bin gesund – Briefe aus deutschen Konzentrationslagern (1933-1945)“

1999                „Annäherungen – Museum Ausschwitz 1981“ Farbradierungen, Hartmut R. Berlinicke

2000                „100 Jahre jüdisches Schul- und Gemeindehaus – 10 Jahre Gedenkstätte und Museum“

2010                „Fremd?“ Malerei und Grafik, Gennady Karabinskiy

2011                "Das KZ vor der Haustür" Aquarelle und Zeichnungen von Herbert Müller

2015 (1)-----------"Unsere Urmütter" Malerei auf Seide von Gabriele Buismann

2015 (2)-----------"Interpretationen" Lithografien von Leopold Dick (1818-1854) nach „Raffaels Bibel“ im Vatikan ----------------------und Radierungen von Gerd Rokahr (* 1942) zu Texten über jüdisches Leben in Ostfriesland

2016 ............. „Annäherungen – Bilder zum Judentum“ 25 Farbradierungen, Hartmut R. Berlinicke

Dauerausstellung

Kern der Ausstellung zur neueren Geschichte der Juden in Ostfriesland sind die Exponate einer Wanderausstellung, die aus Anlass des 50. Jahrestages der sogenannten „Kristallnacht" im Jahre 1988 von Mitgliedern des Arbeitskreises „Geschichte der Juden in Ostfriesland" zusammengestellt wurden und in mehreren Städten Ostfrieslands gezeigt worden ist.

Die Ausstellung befindet sich im Erdgeschoss des ehemaligen jüdischen Gemeindehauses. Hier befanden sich die jüdische Volksschule, die Lehrerwohnung und die bis heute erhaltene Mikwe – das Ritualbad. Der Besucher erlebt bei seinem Gang durch die Räume das Leben der ostfriesischen Juden in den letzten 400 Jahren. Das normale alltägliche Leben, das religiöse Leben,  die beginnende Verfolgung durch die Nationalsozialisten bis hin zur Flucht oder Ermordung.

Beeindruckend sind die Lebenspuren im August-Gottschalk-Haus.

Einen Beweis dafür, dass in diesem Haus gläubige Juden gelebt haben, bilden die Spuren der Mesusot an einigen der Türpfosten: kleine Nagellöcher in Augenhöhe. An diesen Stellen war früher eine Mesusa befestigt, ein auf Pergament handgeschriebener Text, der durch eine Metall- oder Holzhülse geschützt wird. Die Kapseln enthalten Verse aus dem 5. Buch Mose, Kap. 6, 4-9 und Kap. 11, 13-21. Durch die Mesusa wird der grundlegende Hauptsatz jüdischen Glaubens und Bekennens, das "Schma' Jisrael = Höre Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer" auf die Pfosten des Hauses und an die Tore geschrieben.

Weiterhin ist der Standort des Ofens in der ehemaligen Küche zu erkennen. In diesem Raum hat man auch die ursprünglich gemalten Fliesen wieder rekonstruiert.

Das originale Ritualbad – die Mikwe ist im nordwestdeutschen Raum bis in die Niederlande hinein einmalig. Viele Mikwen waren in Synagogen integriert und sind somit in der Pogromnacht zerstört worden. Im August-Gottschalk-Haus wurde sie nach der Restaurierung in den 1980er Jahren wiederentdeckt.