Geschichte der Esenser Synagogengemeinde

1657

Der Esenser Schutzjude Magnus muss einen Goldgulden Schutzgeld zahlen.

1645

Das Generalgeleit des Grafen Ulrich II. von Ostfriesland vom 23. Juni 1645 nennt für Esens drei Schutz Juden: Hayman Baruchs, Benedictus Haymans und Magnus Phibelmans

1680

Die Esenser Juden haben eine eigene Schule.

1702

Die Jüdische Gemeinde in Esens erwirbt vor der Stadt ein Stückland zur Anlage einer Begräbnisstätte. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten die Esenser Juden ihre Toten in Wittmund beisetzen.

1744

Nach dem Tod des letzten ostfriesischen Fürsten fällt Ostfriesland an Preußen. In Esens leben 25 jüdische Familien (Schutzjuden)

1808

Während der napoleonischen Zeit erreichen die Juden die bürgerliche Gleichstellung. In diesem Jahr werden alle Geleite und Schutzgelder wie Sonderbelastungen aufgehoben

1816

In Esens leben 105 jüdische Menschen in 24 Haushalten.

1819

Die Jüdische Gemeinde erwirbt im Neustädter Quartier in Esens ein Haus, das bis etwa 1827/ 28 als Schule dient

1827

Die Jüdische Gemeinde baut in der Burgstraße ein neues Schulhaus und eine Synagoge. Die Synagoge wird 1828 eingeweiht

1852

An der jüdischen Schule in Esens unterrichtet ein Lehrer, der gleichzeitig Vorbeter und Schächter ist. Die Schule wird von 13 jüdischen Kindern besucht

1890

In Esens lebten 89 Juden.

1925

Die Stadt Esens hat 2558 Einwohner, 76 von ihnen sind Juden

1927

Nach dem Tod des letzten Lehrers August Gottschalk wird die jüdische Schule in Esens mit Wirkung vom 1. Oktober 1927 aufgehoben

1933

Bei den Bürgervorsteherwahlen in Esens am 12. März erhält die NSDAP die meisten Stimmen. Der Bürgervorsteher Simon Weinthal, der für die Liste „Landwirtschaft, Arbeit, Gewerbe“ kandidiert, wird wegen seinen jüdischen Glaubens nicht mehr gewählt

1938

Am 9./ 10. November „Reichskristallnacht“, auch in Esens findet der Pogrom statt. Die Synagoge in der Burgstraße wird in Brand gesetzt. Jüdische Bürger werden verhaftet und in Konzentrationslager abgeführt

1939 Im Herbst leben noch 30 jüdische Menschen in Esens

1940

Ende Februar wird mitgeteilt, dass sämtliche Juden auf Befehl von SS und Gestapo Ostfriesland bis zum 1. April zu verlassen haben. Am 9. März verlassen die letzten sechs Esenser Juden (Familie Weinthal) die Bärenstadt. Am 16. April wird in einem Schreiben aus dem Büro des Wittmunder Landrates dem Regierungspräsidenten in Aurich unter anderem mitgeteilt: „Die Städte Esens und Wittmund sind judenfrei“.
Später wird bekannt, dass etwa 50 Esenser Juden ermordet wurden.